Aktuelles

Liebe Patient*innen, hier möchten wir Sie über medizinische, organisatorische und berufspolitische Entwicklungen informieren.

HPV-Impfung

Es gibt mehr als 200 Humane Papillomaviren (HPV). Diese Viren infizieren die Epithelzellen der Haut und Schleimhäute und können bei den infizierten Zellen ein unkontrolliertes Wachtum auslösen. Daraus entstehen dann zumeist gutartige Tumore (Warzen). 

Einige Virustypen werden sexuell übertragen und verursachen Feigwarzen im Genitalbereich, aber auch im Bereich der Mundschleimhaut (Oralverkehr).

Sogenannte High-risk-Virustypen können jedoch Jahre später bösartige Veränderungen hervorrufen und Karzinome (Krebs) am Gebährmutterhals, der Scheide, am Penis, im Analbereich sowie im Mund- und Rachenberich verursachen.

Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen HPV. 2007 empfahl die STIKO (Ständige Impfkommission) diese Impfung allen Mädchen bis zum 18.Lebensjahr, ab 2018 auch Jungen. Damit werden die Kosten der HPV-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Es kann aber durchaus sinnvoll sein, die HPV-Impfung auch später nachzuholen. Leider gibt es da keine einheitliche Kostenübernahme (siehe Link unten).

  • Informationen zu Kostenerstattung finden Sie hier.
  • In unserer Praxis erhalten Sie ein Privatrezept für insgesamt 3 Impfdosen. sie besorgen den Impfsoff in der Apotheke. Nach Durchführung erhlten Sie von uns eine rechnung über die Beratung, Aufklärung und Durchführung der Imfung
  • Alle Rechungen reichen Sie bei Ihrer Krankenkasse ein

DOXY-PEP

Worum geht es da?

Im Zuge der Einführung der HIV-PrEP sind die Zahlen anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen stark angestiegen. Somit stellte sich die Frage, ob eine nachträgliche Einnahme des Antibiotikums DOXYCYCLIN die Zahlen für Chlamydien- und Syphillisinfektionen reduzieren könnte. Gegen Gonorrhoe (Tripper) wirkt die DOXY-PEP gering oder gar nicht. Für einige Personengruppen konnte eine Wirksamkeit belegt werden (Männer die Sex mit Männern haben, Trans*Frauen, die eine HIV-PrEP einnehmen oder mit einer HIV-Infektion leben). Jedoch ist die Verordnung Off-Label- Use, also noch nicht zugelassen und damit eine Selbstzahlerleistung. Leitlinien müssen noch erarbeitet werden.

Der möglichen reduktion von Lues und Chlamydieninfektionen sehen aber auch Risiken gegenüber, die noch gar nicht ganz klar sind: z.B. verzögertes erkennen einer Luesinfektion, Auftreten von Resistenzen, Einfluss auf Darm- und Haut-/Schleimhautmikrobiom etc.

Die Entscheidung für eine DOXY-PEP sollte also sehr gut abgewogen werden.

 

Regelmäßige STI-Screenings

Seit Einführung der HIV-PrEP Ende 2019 wurden im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen auch Abstriche  auf Chlamydien und Gonokokken (Trippererreger) bei Personen ohne Krankheitssymptome durchgeführt. Das führte dazu, dass sehr viele Antibiotikaverordnungen erfolgten, so dass dieses eher ungezielte Screening kritisch hinterfragt werden muss.

Viele Antibiotikaverordnungen bergen immer auch Risiken, wie Resistenzentwicklung beim Infektionserreger, Nebenwirkungen beim Meschen, negative Einflüsse auf Darm-, Haut- und Schleimhautmikrobiom.

Auf der anderen Seite gibt es durchaus zeitweise Besiedlungen der Schleimhäute ohne Krankheitswert. Unsere Immunabwehr ist durchaus in der Lage, auch ohne Antibiotikum Infektionerreger zu eliminieren. Diese positiven Prozesse werden dann möglicherweise gestört.

Darum plädieren wir für geziele Abstriche bei Beschwerden. Wir können dann auch nach weiteren möglichen Infektionserregern suchen und dann eine passgenaue Behandlung initiieren.

KV-Dienste und Notfall

  • Portalpraxen der Zentralen Notaufnahmen der Leipziger Kliniken: hier können Sie sich außerhalb der Praxisöffnungszeiten bei akuten Erkrankungen vorstellen.

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst Telefonnummer 116 117:  ist erreichbar nach den Sprechzeiten, an Wochenenden und Feiertagen

  • Notfall: bei akut lebensbedrohlichen Situationen unter der Telefonnummer 112

Neupatient*innen

Bitte stellen Sie Ihre Anfrage über die Kontaktseite oder rufen Sie uns an:

Patient*innen zur Erst- und Weiterbehandlung wegen HIV-Infektion – UNEINGESCHRÄNKT möglich – auch hausärztliche Betreuung, wenn gewünscht.

PrEP-Erst- und Weiterbetreuung – wieder Kapazitäten vorhanden – auch hausärztliche Betreuung, wenn gewünscht.

Da wir als spezialisierte Praxis viele unserer Patient*innen oder deren Partner*innen auch hausärztlich betreuen, sind unserer Kapazitäten für eine ausschließlich hausärztliche Versorgung derzeit sehr gebegrenzt.